Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 7 Irrtümer der Atomlobby

Eigentlich wollte ich mich zu dem Thema Abenteuer Kerntechnik nicht äußern. Aber unsere Bundeskanzlerin traut sich anscheinend nicht die richtige Tonlage zu finden. Deshalb darf ich es jetzt sagen:

1. Komplexität des Atommüllproblems
Radioaktive Abfälle kann man niemals beseitigen. Sie werden ihre an die Atome gebundene Strahlung nie verlieren. Niemand will Atommüll endlagern! Tausende von Polizisten müssen die Transporte absichern. Dies führt wieder zu steigender CO2-Belastung.

2. Die Gesetzeslage
Die Genehmigung zum Betrieb eines Kernkraftwerks war- und ist – immer noch an den Nachweis der endgültigen Beseitigung der radioaktiven Abfälle. Die Gesetzeslage wird also umgangen. Es gibt vorläufige Genehmigungen, damit das Geschäft weiterläuft.

3. Versicherungen
Die großen Versicherer / Rückversicherer haben zwar die Schäden eines Unfalls für die Kernkraftwerke versichert, nicht aber die Folgeschäden für die Bevölkerung und deren Häuser.

4. CO2 – Neutralität
Beim Gesamtprozess der Atomstromerzeugung entsteht angefangen von dem Uran-Tailling bis zur Zementherstellung für die Sicherheitsbehälter – auf die Kilowattstunde umgelegt – mindestens soviel CO2 wie bei modernen gasbetriebenen Blockheizkraftwerke. Abgesehen davon das Krypton 85 freigesetzt wird.

Es ist in den Brennstäben enthalten und wird bei der Wiederaufarbeitung freigesetzt. Das radioaktive Edelgas Krypton 85, ein Produkt der Kernspaltung, ionisiert die Luft unter allen radioaktiven Stoffen am intensivsten. Einmal freigesetzt, bleibt Krypton 85 so lange in der Atmosphäre, bis es innerhalb eines Zeitraumes von 110 Jahren auf 1 Promille zerfällt. Es löst sich in den Meeren nur gering – etwa 15mal weniger als CO2.

5. Inkorporierte (Natürliche) Strahlung
Es spukt immer noch die Meinung in manchen Köpfen, dass der Fallout aus Wiederaufbereitungsanlagen oder seinerzeit in Tschernobyl für die Bevölkerung vernachlässigbar sei. Dies ist falsch. Strahlende Materie aus einem Reaktorunfall kann ohne Ausnahme prinzipiell vom Organismus aufgenommen werden, wobei die Strahlenquelle selber im Körper sitzt und dort weiterstrahlt, auch wenn sie von aussen nicht mehr messbar ist.

7 . Das Risiko der Selbstüberschätzer
Ein Nebeneffekt der ignorierten Komplexität ist die einseitige Förderung dieser für den Laien faszinierenden Engergiequelle. Über Jahrzehnte wurden enorme Summen in den zukunftslosen schnellen Brütter gesteckt und immer noch werden weitere Mittel in die ebenso zukunftslose Fusionsenergie fließen. Auch bei der Fusionsenergie wird verschwiegen, dass bei der Entsorgung ein gewaltiger Abfallberg bleibt. Man kann dabei die Energie der erzeugten Neutronen nutzbar machen, wenn man diese mit entsprechendem Targetmaterial einfängt. Dies produziert noch weit mehr radioaktiven Abfall.

Unsere Bundeskanzlerin ist Physikerin und ist fachlich kompetent. Doch wie unabhängig ist sie von der Atomlobby? Der Energiegipfel war eine Null-Nummer. Vertagung bis zur nächsten Wahl. Vertuschen und verheimlichen von Störfällen. Inkompetenz auf der ganzen Linie.

Ach ja, im Mittelalter gab es mal Alchemisten, die mit Riesenversprechungen und unter Hinweis auf einen immer kurz bevorstehenden Durchbruch in der künstlichen Herstellung von Gold, den hoch verschuldeten Fürsten immer neue Mittel abknöpften. Das erinnert doch sehr stark an die Fusionsforschung. Seit über 50 Jahren wird jetzt schon der Durchbruch versprochen…

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Eingeordnet unter Klimaschutz, Menschen, Umwelt

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