Versprecher und Merkfähigkeit

Ähs und „Ähms“ schaden zwar dem Ansehen des Redners, doch sie garantieren ihm aufmerksame Zuhörer.

Versprecher sind, sofern sie nicht in starkes Stottern ausarten, das Salz in der Suppe des Sprachflusses“, schreibt das Magazin „Bild der Wissenschaft“ in seiner Oktober-Ausgabe. Wenn der Sprecher zögere, erwarte der Zuhörer etwas Schwieriges oder Ungewöhnliches – er höre besser zu und merke sich das Gesagte länger.

Boris B. wir lieben Dich!

Die Sprachwissenschaftlerin Jennifer Arnold der amerikanischen Universität von North Carolina zeigte Probanden Gegenstände auf einem Bildschirm und bat sie, nach Ansage einen Cursor zu diesen Bildern zu verschieben. Dabei wurden die Augenbewegungen beobachtet. Das Ergebnis: Die Augen der Probanden sprangen nach „Ähs“ häufiger zu neuen Objekten, bei flüssigen Ansagen blieben sie eher an Objekten hängen, die bereits genannt worden waren. Arnold sieht das als Indiz, dass die Testpersonen Unbekanntes erwarteten.

Der schottische Psycholinguistiker Martin Corley von der Universität von Edinburgh bewies „Bild der Wissenschaft“ zufolge mit einem Gedächtnistest, dass sich die Zuhörer später besser an alle Worte nach einem „Äh“ erinnern konnten, egal, ob sie leicht vorhersagbar waren oder nicht.

Äh, was wollte ich noch sagen? Ach ja – das war sehr wichtig.

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