Büroarbeit kann Trombosen fördern – Wenig Vorbeugung hilft…

Thrombosen? Die kann man sich doch nur im Krankenhaus und bei langen Flügen holen, lautet eine weit verbreitete Ansicht. Doch das stimmt nicht: Die Gefahr, ein Blutgerinnsel in den Beinvenen zu entwickeln, lauert im Prinzip überall dort, wo Menschen lange Zeit nahezu bewegungslos sitzen oder stehen – wie beispielsweise an Computerarbeitsplätzen.

Es begann mit einer schmerzhaften Schwellung der Wade, die der 32-jährige jedoch nicht für problematisch hielt. Scheinbar zu Recht, denn nach etwas mehr als einer Woche verschwanden sowohl Schwellung als auch Schmerzen. Doch nur wenige Tage später setzte bei ihm Atemnot ein, zuerst nur bei Anstrengungen, dann aber auch bei normalen Bewegungen. Schließlich wurde sie so schlimm, dass der Mann bewusstlos zusammenbrach und in die Notaufnahme gebracht werden musste.

Dort diagnostizierten die Ärzte eine Thrombose: Ein Blutgerinnsel hatte eine Vene in der Wade verstopft, sich dann gelöst und in der Lunge erneut festgesetzt, wo es eine Embolie verursachte. Der einzige mögliche Auslöser, den die Mediziner bei einer anschließenden genauen Untersuchung finden konnten: Der Mann hatte jahrelang jeden Tag mindestens zwölf Stunden am Computer verbracht und dabei teilweise sechs Stunden am Stück regungslos gesessen, ohne auch nur ein einziges Mal aufzustehen.

Dieser Fall, den neuseeländische Forscher in einer medizinischen Fachzeitschrift beschreiben, ist beispielhaft für ein zunehmendes Problem: fehlende Bewegung. Experten schätzen, dass ein Drittel aller Thrombosefälle auf zu langes Sitzen und zu wenig körperliche Betätigung im Alltag zurückgehen könnte. Besonders problematisch ist dabei die immer längere Zeit, die Mitarbeiter im Schnitt am Computer verbringen, nicht nur im Büro, sondern zusätzlich auch noch in der Freizeit. Das belastet nicht nur Rücken und Schultern, sondern auch das Venensystem, das ständig das verbrauchte Blut zurück zum Herzen und zur Lunge transportieren muss – im Fall der Beinvenen sogar gegen die Schwerkraft.

Besonders gut gerüstet sind die Venen für diese Arbeit nicht, da sie im Gegensatz zu den Arterien keine Muskeln besitzen, mit denen sie das Blut aktiv pumpen könnten. „Sie brauchen also Hilfe für den Bluttransport, und die bekommen sie von den Muskeln der Beine“, beschrieb der Stuttgarter Phlebologe und Gefäßchirurg Hans Seiter auf einer Informationsveranstaltung zur Venengesundheit das Prinzip. Wenn sich die Beinmuskeln zusammenziehen, drücken sie gleichzeitig die Venen zusammen und transportieren so das Blut nach oben.

Fazit – öfters aufstehen und den Fahrstuhl meiden…

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Eingeordnet unter Gesundheit

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