Forscher, die jeder versteht – Klaus Tschira Preisverleihung in Heidelberg

Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft 2007 belohnt klare Darstellung von Forschungsergebnissen – Fünf Naturwissenschaftler überzeugen mit Artikeln über ihre Doktorarbeiten

Für viele ist Wissenschaft eine schwer verdauliche Kost. Dabei mangelt es keinesfalls an öffentlichem Interesse. Vielmehr werden interessierte Laien häufig von einer Fülle von Fachausdrücken und langatmigen Erläuterungen abgeschreckt. Fünf junge Nachwuchswissenschaftler haben jetzt gezeigt, dass es auch anders geht. Die frischgebackenen Doktoren  haben die  Forschungsergebnisse ihrer Doktorarbeiten in spannende und allgemein verständliche Artikel zusammengefasst. Hierfür werden sie am 11. Oktober um 16 Uhr in der Alten Aula der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit dem Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft ausgezeichnet. Der Preis ist mit je 5 000 Euro dotiert. Die preisgekrönten Artikel sind in einer Sonderbeilage des Novemberheftes von „bild der wissenschaft veröffentlicht.

Die Resonanz auf die zweite bundesweite Ausschreibung durch die Klaus Tschira Stiftung war in diesem Jahr äußerst erfreulich. Die Teilnehmerzahl lag um 70 Prozent über der von 2006. 132 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in Deutschland, Finnland, Großbritannien und den Niederlanden promovierten, bewarben sich um den begehrten Preis. Er war ausgeschrieben für die Fächer Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik, Neurowissenschaften und Physik. Eine unabhängige Jury aus kompetenten Experten der einzelnen Fachgebiete, sowie Wissenschaftsjournalisten und Kommunikationsexperten bewerteten sowohl die wissenschaftliche als auch die sprachliche Brillanz der Artikel. In diesem Jahr haben sich die Naturwissenschaftlerinnen mit drei von fünf Preisträgern als besonders kommunikationsstark erwiesen. Im Fach Informatik wird 2007 kein Preis vergeben. Einsendeschluss für die kommende Wettbewerbsrunde ist der 29. Februar 2008.  

Die Gewinner des Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft 2007 sind:

Biologie:

Dr. Cristina Voss (Doktorarbeit an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg)

In ihrem Wettbewerbsbeitrag „Riproximin: Schamanenpulver oder Krebsmedikament?“ beschreibt Cristina Voss spannend und anschaulich ihre Forschungsarbeit. Sie zeichnet den Weg von der Entdeckung der krebshemmenden Wirkung eines afrikanischen Pulvers bis zur wissenschaftlichen Auswertung der Forschungsergebnisse nach. Die Beschreibungen des Forschungsweges sind spannend und so geschrieben, dass der Leser der Wissenschaftlerin über die Schulter zu schauen meint. Er erlebt mit, wie Krebsforscher eine unkonventionelle Behandlungsmethode ernst nehmen und mit modernen wissenschaftlichen Methoden untersuchen.

Chemie:

Dr. Jacqueline Burré (Doktorarbeit an Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main)

„Die Nadel im nervösen Heuhaufen“ lautet der Titel ihres mit dem Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft 2007 im Fach Chemie prämierten Textes. Jacqueline Burré beschreibt anschaulich und prägnant ihre komplexe Forschungsarbeit. Bildhaft führt sie den Leser in die geheimnisvolle Welt der Nervenzellen und Botenstoffe ein und macht Fachbegriffe Laien verständlich. Dabei versteht sie es, dem Leser die praktische Bedeutung der Forschung in kurzen, prägnanten Sätzen begreiflich zumachen.

Mathematik:

Dr. Sebastian Sager (Doktorarbeit an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg)

„Von diskreten Mathematikern und Wanderungen im Gebirge“ lautet der Titel des prämierten Textbeitrages von Sebastian Sager. Er beschreibt anschaulich anhand von Alltagsbeispielen die allgemeine Relevanz seiner Forschung, die sich mit der Optimierung von Abläufen beschäftigt. In diesem Zusammenhang stellt er grundlegende Arbeiten verständlich dar und beschreibt, wie nicht nur ein einziges, sondern eine ganze Klasse von Problemen gelöst werden kann.

Neurowissenschaften:

Dr. Miriam Spering (Doktorarbeit an der Justus-Liebig-Universität Gießen)

In ihrem Wettbewerbsbeitrag „Wenn das Gehirn am Steuer sitzt“ erklärt die Preisträgerin einen raffinierten Selbstschutzmechanismus des Gehirns. Sie schildert anschaulich, wie das Gehirn mit visuellen Störeinflüssen zurechtkommt. Dabei verwendet Miriam Spering alltägliche Beispiele und verzichtet auf Fachausdrücke. 

Physik:

Dr. Dirk Notz (Doktorarbeit an der Universität Cambridge, Großbritannien)

In seinem prämierten Textbeitrag „Das Ende der Eis-Zeit?“ stellt Dirk Notz hochinteressante Ergebnisse zur Dynamik des Klimawandels journalistisch spannend dar. Theorie und Praxis werden leicht verständlich und packend vermittelt, so dass auch dem Laien die Bedeutung der Forschung bewusst wird.

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