Zur Erinnerung: Die Zerstörung des Serthar Instituts durch die Chinesen

Ab August 2001 wurde von chinesischen Arbeitsbrigaden eine führenden Zentrum buddhistischer Wissenschaft und Praxis auf der tibetischen Hochebene zerstört. In den 21 Jahren seines Bestehens hatte sich das Serthar Institut [vor Ort bekannt unter dem Namen Larung Gar] von einer einsamen Bergeinsiedelei zu einer spirituellen Oase für mehr als 8.000 Mönche, Nonnen und Laienschüler entwickelt.

Khenpo Jigme Phuntsok gründete im Jahr 1980 das Serthar Institut im Larung Tal bei der Stadt Serthar, Präfektur Karze, Provinz Sichuan, um dem dringenden Bedarf an Erneuerung der Meditation und des Studiums in ganz Tibet nachzukommen. Die Zerstörungen der Kulturrevolution in den Jahren 1966 – 77 hatte ein riesiges Defizit auf diesem Gebiet hinterlassen. Diese Kücke sollte durch Serthar wenigstes teilweise geschlossen werden. Serthar war nicht an eine bestimmte Schule des tibetischen Buddhismus gebunden. Die Akademie zog fast 1.000 chinesische Praktizierende vom Festland und aus Übersee als Schüler an. Diese Studierenden gehörten dann zur ersten Gruppe, die im Juni und Juli 2001 ausgewiesen und in ihre Heimatorte abgeschoben wurde.

Von den Chinesen eingesetzte „Arbeitsteams“ zielten als nächstes auf die über 4.000 tibetischen Nonnen ab, die das Serthar angegliederte Nonnenkloster bewohnten. Die offizielle Anweisung aus Beijing war, ihre Zahl auf 400 zu reduzieren und ihre Meditationshütten zu zerstören, um sicherzustellen, daß die Vertreibung endgültig ist.

Nach Aussage von Beobachtungsdiensten waren Ende Oktober mehr als 1.000 Wohnungen in Serthar zerstört worden, Tausende von Mönchen und Nonnen waren erfolgreich vertrieben worden, und man nimmt an, dass der Leiter der Akademie Khenpo Jigme Phuntsok in Chengdu, der Hauptstadt von Sichuan, seitdem in Isolationshaft ist. Nachrichten über seinen Verbleib gibt es nicht.

Die hier veröffentlichte Fotostudie belegt die Zerstörungen der Chinesen und beweist wieder einmal, dass das verfassungsmäßige Recht auf freie Religionsausübung in China nicht das Papier wert ist, auf dem es gedruckt ist. Das Ausland schweigt wie immer zu den Vorgängen aus Angst vor chinesischen Wirtschaftsrepressalien. Offiziell wäre das [wie immer] eine Einmischung in innere Angelegenheiten.

Vorher:

serthar22-1.jpg

Nach der Zerstörung durch die Chinesen!

Serthar Institut - nach der Zerstörung durch die Chinesen

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